Freizeit = Fernsehen – Von Massenmedien und idealen Herrschaftsinstrumenten

Seit den 1980er Jahren stehen Fernsehen und Radio hören, Telefonieren und Zeitung
lesen ununterbrochen auf den ersten Plätzen der häufigsten Freizeitaktivitäten
der Bundesbürger. [Freizeit-Monitor 2012]

Da ist ja schon der Beginn der Forschung konfus. Fernsehen und Radiohören als Aktivität zu bezeichnen, ist – nun ja – verwegen.

Seis drum. Erschreckender als die Deutung von Passivität als Aktivität ist ja auch vielmehr die gesellschaftliche Bedeutung dieses „Freizeit“-Konsums. Ich kann Luhmann nicht viel abgewinnen, aber eines sollte man sich immer wieder bewußt machen:

Was wir von der Gesellschaft und ihrer Welt wissen, wissen wir fast ausschließlich durch die Massenmedien. Die Realität ist so hinzunehmen, wie sie von den Massenmedien präsentiert und rekursiv, auf sich selbst aufbauend, reproduziert wird. [Die Realität der Massenmedien. Niklas Luhmann]

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„Irans neuer Umbruch – Von der Liebe zum Toten zur Liebe zum Leben“

Der Iran ist eine Bedrohung, eine Bedrohung für den Frieden im Nahen und Mittleren Osten und für den Weltfrieden. So zumindest müsste man wohl schließen, wenn man den alltäglichen Meldungen der Medien glauben schenken möchte. Und wenn nicht schon die Nachrichten aus und über den Iran erschreckend genug sind, dann werden Meldungen zu Kriegsvorbereitungen aus den USA und Israel nachgereicht.

Doch gab es auch kurzzeitig anderes zu berichten. Unzählige Menschen gingen im Sommer 2009 im Iran auf die Straßen um friedlich gegen die „Wahlen“ zu protestieren. Eine neue soziale Bewegung schien sich zu etablieren. Es wurden Bilder gezeigt, die so gar nicht zu den stereotypen Nachrichten über den Iran passen wollten. Ist der Iran nun eine islamistische, gar faschistische Bedrohung oder eine zerfallende Diktatur mit Tendenzen zur Demokratisierung?

Es ist nicht einfach sich ein differenziertes Bild über die aktuellen Geschehnisse im Iran zu machen. In der Mehrheit der Medien wird ein Zerrbild der Realität gezeichnet, dass sich vornehmlich an den Interessen der eigenen Wir-Gruppe ausrichtet. Zwar mögen die Nachrichten dann emotional befriedigender sein, informativ sind sie hingegen mitnichten.

Hier bietet der Essay von Dawud Gholamasad (emeritierter Professor für Soziologie an der Leibniz Universität Hannover) eine erfrischend neue Perspektive.

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