„Irans neuer Umbruch – Von der Liebe zum Toten zur Liebe zum Leben“

Der Iran ist eine Bedrohung, eine Bedrohung für den Frieden im Nahen und Mittleren Osten und für den Weltfrieden. So zumindest müsste man wohl schließen, wenn man den alltäglichen Meldungen der Medien glauben schenken möchte. Und wenn nicht schon die Nachrichten aus und über den Iran erschreckend genug sind, dann werden Meldungen zu Kriegsvorbereitungen aus den USA und Israel nachgereicht.

Doch gab es auch kurzzeitig anderes zu berichten. Unzählige Menschen gingen im Sommer 2009 im Iran auf die Straßen um friedlich gegen die „Wahlen“ zu protestieren. Eine neue soziale Bewegung schien sich zu etablieren. Es wurden Bilder gezeigt, die so gar nicht zu den stereotypen Nachrichten über den Iran passen wollten. Ist der Iran nun eine islamistische, gar faschistische Bedrohung oder eine zerfallende Diktatur mit Tendenzen zur Demokratisierung?

Es ist nicht einfach sich ein differenziertes Bild über die aktuellen Geschehnisse im Iran zu machen. In der Mehrheit der Medien wird ein Zerrbild der Realität gezeichnet, dass sich vornehmlich an den Interessen der eigenen Wir-Gruppe ausrichtet. Zwar mögen die Nachrichten dann emotional befriedigender sein, informativ sind sie hingegen mitnichten.

Hier bietet der Essay von Dawud Gholamasad (emeritierter Professor für Soziologie an der Leibniz Universität Hannover) eine erfrischend neue Perspektive.

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